Die Patenkinder im Yes we care! e.V.-Patenschaftsprogramm freuen sich an den Briefen ihrer PatInnen.

 

Die Patenkinder im Patenschaftsprogramm von Yes we care! e.V. freuen sich über die Briefe ihrer PatInnen


Besuch der Patenkinder von Yes we care! e.V.

und Planung eines zweiten Jungeninternats

in Pitseng, Lesotho, am 08. und 09.11.2017


Geschrieben von Irina André-Lang.


Sofort nach unserer Rückkehr aus Deutschland machen wir uns von Südafrika nach Lesotho auf den Weg. Wie immer machen wir am grenznah gelegen Ort Clarens Station, um zu übernachten, bevor wir früh am nächsten Morgen nach Lesotho einreisen. Und dort erhalten wir via E-Mail die wunderbare Nachricht: Sternstunden e.V. teilt uns mit, dass der Förderantrag, den Yes we care! e.V. für einen Zuschuss zum Bau eines zweiten Jungeninternats gestellt hatte, genehmigt wurde! Wir freuen uns unbeschreiblich: Jetzt können wir auf einer ganz anderen Basis die Verhandlungen der nächsten Tage führen! Überglücklich fahren wir am 8. November 2017 nach Lesotho hinein.


Die Jahrhundert-Dürre scheint schlimmer als je zuvor, es hat kaum geregnet… .... und alles ist staubig und trocken!

 

Unsere Freude wird dann sehr gedämpft, als wir den Zustand der Felder in Lesotho sehen: Die Jahrhundert-Dürre scheint schlimmer als je zuvor, es hat kaum geregnet und alles ist staubig und trocken!

 Die Menschen pflügen dennoch ihre Felder in der Hoffnung auf Regen!

 Die Menschen pflügen dennoch ihre Felder in der Hoffnung auf Regen!


 

Überall können wir den Transport von Wasser beobachten:
in Südafrika per Auto und in Lesotho per Ochsenkarren


In Pitseng angekommen, erspähen wir schon von der Straße aus das Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat, das ja erst im Februar 2017 eingeweiht wurde:

 

 

Dort treffen wir als Erstes die Bauunternehmer Alex and Mr. Thabo Sebele der Firma Tsiamo Constructions sowie den Solarexperten Anadola Tsiu der Firma Precise Technical Solutions aus Maseru, um den Bau des zweiten Jungeninternats zu besprechen. Auch Sr. Helena ist anwesend als Vertreterin der Sisters of Charity, denen der Baugrund gehört, sowie Mrs. Makabelo als Schulleiterin der Pitseng High School und Betreuerin der Yes we care! e.V.-Patenkinder, und Herr Thabiso Paku, Betreuer der Jungen im Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat.


 

Mr. Tsiu, Alex, Peter, Mr. Thabo Sebele, Mrs. Makabelo, Sr. Helena
und Mr. Thabiso Paku am Baugrund für das zweite Jungeninternat


Das zweite Jungeninternat soll genau parallel zu dem ersten gebaut und beide Gebäude mit einem gemeinsamen Zaun umzäunt werden. Die Baufirma ist in der Lage, noch im November 2017 mit dem Bau zu beginnen!


Die Solarprojekte am ersten Jungeninternat lassen leider - entgegen den Versicherungen von Mr. Tsiu – noch einiges zu wünschen übrig:


 

 Die Solarpumpe wurde an einem Brunnen installiert, der nicht genügend Wasser hat, und trotz einer teuren Solar-PV-Anlage muss durch zusätzlich angeschaffte Nothilfen für ausreichend Strom gesorgt werden, sodass die Jungen noch bis zum Schlafengehen lesen und lernen können.


Mr. Tsiu wird diese Projekte schnell korrigieren müssen, um den Auftrag für das zweite Jungeninternat von Yes we care! e.V. zu bekommen!


Mr. Paku führt uns im Jungeninternat herum und erzählt uns, wie glücklich die Jungen in ihrem Internat sind, das wie wirklich als ihr zu Hause ansehen:

 

 

Die Schlafzimmer sind geräumig und werden gut sauber gehalten.

 

 

Das Wohnzimmer ist das Zentrum des Internats und wird von allen Jungen in unserem Patenschaftsprogramm – auch denen, die nicht im Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat wohnen – genutzt.


Mr. Thabiso Paku mit den 48 Jungen,                     Diese Jungen warten alle auf das neue Internat! 

die im Bischof-Manfred-Müller-Internat wohnen.


Es besteht dringend Bedarf für ein zweites Jungeninternat, die Unterbringung aller anderen Jungen ist menschenunwürdig und ermöglicht kaum Chancen auf akademischen Erfolg!


 

 Die heruntergekommenen Häuser liegen zwischen Kuh- und Schweineställen


 

 Humor der Jungen: „Vereinigte Staaten der Ställe“!                            Vorbereitung auf die Abiturprüfung am nächsten Tag!


Mr. Paku, der von Yes we care! e.V. dafür bezahlt wird, dass er die Jungen im Bischof-Manfred-Müller-Internat betreut, ist Lehrer und bezieht alle Patenjungen in seine Nachhilfestunden mit ein, auch diejenigen, die leider noch auf einen Platz im geplanten zweiten Jungeninternat warten müssen.

 

 

 

Anschließend treffen wir uns mit der Schulleitung der Pitseng High School: Da Sister Alice im März 2017 die Schulleitung aus Krankheitsgründen abgeben musste, haben Mrs. Makabelo Tenane und Mrs. Mpho Makhalanyane, die ja gleichzeitig Betreuerinnen  unseres Patenschaftsprogramms sind und die wir liebevoll M&M nennen, diese Funktion übertragen bekommen. Sister Helena, die evtl. in Zukunft Schulleiterin werden soll, ist ebenfalls anwesend.

In diesem Treffen werden die Finanzen diskutiert und beschlossen. Im Schuljahr 2018 werden die Schulgebühren sowie die Gebühren für das Mädcheninternat erhöht. Auch die Examensgebühren, die von der Regierung in Lesotho festgelegt werden, sind 2018 höher als zuvor.

Die Folgen der Dürre für unsere Farmtier-Projekte an der PHS bedeuteten, dass fast alle Farmtiere geschlachtet werden mussten. Mit finanzieller Unterstützung von Yes we care! e.V. wurden Ende März 2017 450 Hühner neu angeschafft, momentan gibt es für die 663 SchülerInnen zweimal wöchentlich ein Ei beim Mittagessen. Da die Dürre weiter anhält, konnten bisher nicht wie geplant neue Schweine und Milchkühe gekauft werden. Dies wird erst möglich sein, wenn nach dem Ende der Dürre deren Versorgung gesichert sein wird.

 

 Nur ein paar wenige Schweinchen haben die Dürre überlebt!


Beim anschließenden kurzen Rundgang über das Schulgelände können wir die Folgen der schweren Dürre im Schulgarten beobachten:

Es wurde nichts angepflanzt, da es zu trocken ist, und der Kohl muss gekauft und zur Schule gefahren werden.


Am 9. November 2017 treffen wir dann 164 Patenkinder von Yes we care! e.V.:

Es ist immer wieder überwältigend, so viele Kinder auf einmal zu sehen, die alle zur „Yes we care!-Familie“ gehören. Sie sehen es auch selber so und sind stolz und froh, dabei sein zu dürfen. Mrs. Makabelo erzählt uns, dass bedürftige Kinder an der Pitseng High School oft deprimiert und krank seien, aber sobald sie sich durch eine Patenschaft bei Yes we care! e.V. sicher aufgehoben fühlen, werden sie selbstbewusster und sind gesund! Die Patenkinder können es kaum fassen, als wir ihnen von unserem Bauvorhaben für das zweite Jungeninternat berichten und freuen sich riesig – ganz besonders natürlich die Jungen, die bisher noch im alten Schul-„Internat“ untergebracht sind! Einer der Jungen hat auf Bestellung eigenhändig eine Trommel für die Bischof-Manfred-Müller-Schule in Regensburg hergestellt.

 

 

127 Patenkinder werden 2017 von PatInnen unterstützt, 26 davon in der Abitur-Klasse. 44 sind momentan auf unserer Warteliste. Die Gruppe wird jedes Jahr größer und wir suchen dringend weiter neue PatInnen.


 Ein Teil der GrundschülerInnen (mit ihrer Lehrerin), die neu auf die Warteliste

des YWC-Patenschaftsprogramms aufgenommen wurden.


Auch dieses Jahr gibt es wieder Weihnachts-Süßigkeiten, die extra von PatInnen gespendet wurden; sowie viele bunte Armbänder, die erneut von einer jungen mongoloiden Frau aus Österreich mit großer Liebe und viel Arbeit angefertigt wurden und große Freude auslösen! Vielen Dank an alle SpenderInnen!

 

 

Die 26 AbiturientInnen sind mit fast allen Prüfungen fertig und werden sich in wenigen Tagen endgültig von uns und der Pitseng High School (PHS) verabschieden. Wir werden sie vermissen und ihren Werdegang so gut wie möglich weiterverfolgen!

 

 Die 26 Yes we care! e.V.-AbiturientInnen des Schuljahres 2017 mit M&M


Auch dieses Jahr wurden alle Patenkinder, die über Augenprobleme klagten, entweder mit Augentropfen und Sonnenbrillen behandelt und/oder zur Untersuchung in die Hauptstadt Maseru transportiert. 11 von ihnen erhielten 2017 richtige Brillen.

 

 Alle 17 SchülerInnen im YWC-Patenschaftsprogramm mit Brillen


Nach unserer Rückkehr nach Südafrika erhalten wir den Vertrag von Sternstunden e.V., der uns nun auch „schwarz auf weiß“ einen großen Zuschuss zum Bau des zweiten Jungeninternats sichert. Wir freuen uns riesig und sind sehr dankbar!


Wir bedanken uns bei allen PatInnen für ihre Hilfe für bedürftige Kinder in Pitseng, Lesotho, und hoffen auf neue PatInnen für die vielen Kinder auf unserer Warteliste.


Einen guten Ausklang des Jahres 2017 und die besten Wünsche für das neue Jahr 2018!

 

Peter, Makabelo, Schüler und Mpho mit der selbstgebastelten Trommel für die

Bischof-Manfred-Müller-Schule in Regensburg