48 glückliche Jungen vor dem Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat


Was für ein unvergessliches Erlebnis: Am 18. Februar 2017 wurde das von Yes we care! e.V. gebaute Jungeninternat an der Pitseng High School in Lesotho feierlich und lebendig eingeweiht.


Zwei Tage zuvor sind Peter und ich mit unseren Freundinnen Helga und Anna Sittler (aus Tirol) nach Pitseng gereist, um mit eigenen Augen das Ergebnis der letzten Arbeiten am und rum um das Gebäude zu sehen:

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Leider hatten wir zuvor Schwierigkeiten mit einem Bauunternehmer, der für den Sicherheitszaun und die Pflasterung um das Haus herum zuständig war. Aber für die Feier spielt dies zum Glück keine Rolle. Wir bringen die ersten Kisten mit Büchern und Spielen für die 48 Jungen, die bereits im Internat wohnen:


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Anna aus Tirol, unsere junge Freundin mit Down-Sndom, wollte schon lange den Kindern in Lesotho eine Freude machen. Sie kam auf eine brillante Idee: Für jedes Kind, zusammen 670, hatte sie ein buntes Loom-Band gemacht, das sie nun persönlich an die in langer Schlange wartenden SchülerInnen verteilt. Alle freuen sich riesig darüber, sogar die Jungen!


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Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort Pitseng, wo wir von vielen freundlichen Menschen angesprochen werden.


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Anschließend treffen wir die große Gruppe von BesucherInnen der Bischof-Manfred-Müller-Schule aus Regensburg (BiMaMü) im Aloes Guest House in Pitseng. Die BiMaMü unterstützt YWC seit Jahren und hat unter anderem 2015 und 2016 zwei Spendenläufe organisiert und über 40.000,- Euro zur Finanzierung des Internats beigesteuert. Ohne diese Hilfe hätte es dieses Jungeninternat nicht gegeben. 12 SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und VertreterInnen der Schulleitung haben sich auf den weiten Weg von Deutschland nach Lesotho gemacht, um bei der Einweihung dabei sein zu können!


Am darauffolgenden Tag starten wir mit drei Autos in die hohen Berge von Lesotho, zum Katse Stausee.


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Wir wollen das Land erkunden und etwas vom Alltag der Basotho erfahren. Die Landschaft ist atemberaubend:


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Mitten im Nirgendwo sehen wir Behausungen der Hirtenjungen, die anstatt in die Schule gehen zu können, auf den wichtigsten Besitz ihrer Familien, die Schaf- und Ziegenherden, aufpassen und völlig auf sich allein gestellt leben.


15Die gesamte Gruppe am Mafika Lisiu Pass, 3090 m über NN

 

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Nach der schrecklichen Dürre 2016 hat es Gott sei Dank wieder geregnet und der Mais steht hoch. Wir können bereits einige Felder sehen, die abgeerntet werden.


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Am Weg treffen wir auf zwei Weltenbummler, Conny und Tommy mit ihrem großen Truck „Manni“ (www.mantoco.com). Sie sind an Lesotho und seinen Menschen sehr interessiert und werden bei der Feier am nächsten Tag dabei sein.


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An der Staumauer des Katse Stausee.         Der Katse Stausee zeigt noch Zeichen der Dürre, der    

                                                                  Wasserspiegel ist deutlich niedriger als normal.

 

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Landesübliche Lesotho-Hüte werden erstanden und wir bestaunen die Nationalpflanze Lesothos: die wunderschöne Spiral-Aloe.


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Eine niedliche Sloggets Eisratte zeigt sich kurz und wir sind von einem Felssturz am Wegrand ziemlich beeindruckt.


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Kleine Kinder rennen zu uns, wenn wir anhalten. Sie freuen sich sehr und / oder fordern von uns süße Kekse!


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Wir sehen Basotho, die ihrem Alltagsleben nachgehen: Frauen, die Wäsche von Hand waschen und eine fröhliche Gruppe, die sich eine Flasche Bier teilt.


Nach diesem eindrücklichen Tag kann ich kaum schlafen: Das große Fest der Einweihung steht an!


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Am Morgen des 18. Februar 2017 fahren wir alle voller Erwartung im Konvoi Richtung Pitseng High School, der Weg ist ohne Allradwagen nicht so einfach …


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Mit großem Hallo und viel Gesang werden wir herzlich begrüßt. Alle 121 Patenkinder von Yes we care! e.V. tragen T-Shirts mit dem YWC-Logo und winken uns mit kleinen Lesotho-Flaggen fröhlich zu. Bereits hier rollen bei einigen unserer Gäste die ersten Tränen …


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Mit deutscher Pünktlichkeit wird dann zur Tat geschritten: Um 9:00 Uhr durchscheidet ein Vertreter des Bischofs nach einem kurzen Gebet das Band und eröffnet damit offiziell unser Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat.


Anschließend ziehen alle Gäste, die Schulleitung der Pitseng High School, alle 121 YWC-Patenkinder und einige LehrerInnen hinter dem Priester her, einmal um das ganze Gebäude herum, während er aus einem kleinen Fläschchen Weihwasser verspritzt und es segnet. Die SchülerInnen singen währenddessen laut.


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Jetzt werden wir zum festlich geschmückten Schulplatz gebracht, wo wir die nächsten 4 Stunden lang mit atemberaubenden Vorführungen unterhalten und sehr bewegenden Ansprachen geehrt werden. BMMBBH ist übrigens die Abkürzung für: Bishop-Manfred-Müller-Boys-Boarding-House (Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat). Schon die Dekoration zeigt den Charakter der Veranstaltung: Wir sollen etwas von den Traditionen und der Kultur der Basotho erfahren und erleben.


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Gleich zu Anfang wird den SchülerInnen im YWC-Patenschaftsprogramm Gelegenheit gegeben, etwas zu uns zu sagen. Zwei Schüler, die dank einer YWC-Patenschaft ihr Abitur machen konnten und jetzt an der Universität in der Hauptstadt Lesothos, Maseru, studieren, bringen ihre tiefe Dankbarkeit darüber zum Ausdruck. Ihre sehr persönlichen Worte berühren mich so tief, dass mir die Tränen kommen. Ohne die Hilfe von YWC und ihren PatInnen wären sie hoffnungslos geblieben, hätten nie die Chance auf eine tertiäre Bildung gehabt. Ihr Leben ist verändert und hat eine positive Wendung genommen. Die jungen Männer ermuntern auch die SchülerInnen, die jetzt im Patenschaftsprogramm sind, diese Chance gut zu nutzen und viel zu lernen.


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Danach tanzen Schülerinnen den traditionellen Mokhibo für uns. Es handelt sich um eine Mischung aus Gesang und Tanz, der teilweise im Sitzen ausgeführt wird und die Rolle der Frauen in ihrer häuslichen Umgebung darstellt. Die Bewegungen werden meist aus den Schultern heraus durchgeführt. In ihren Händen halten die Mädchen ein Wischtuch und einen Staubwedel.


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Es geht weiter mit diversen Tänzen in traditioneller Bekleidung, die die Beziehungen zwischen jungen Frauen und Männern in der Basotho-Kultur verdeutlichen. Die SchülerInnen sind dabei völlig verändert: Wo wir sie sonst schüchtern und zurückhaltend erleben, tanzen sie heute mit unbeschreiblicher Energie und Grazie und zeigen uns eine vollkommen neue Seite ihrer selbst. Die Bilder sprechen für sich!


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Sister Alice Maputsoe, die Schulleiterin der Pitseng High School, beginnt anschließend mit einem Lied, unterstützt von Mrs. Makabelo Tenane, der stellvertretenden Schulleiterin, und Mrs. Mpho Makhalanyane. Diese beiden Lehrerinnen sind die Betreuerinnen der vielen YWC-Patenkinder. Das Lied handelt davon, dass YWC die Not der Menschen in Pitseng sah und darauf mit Hilfe reagiert hat: Aus tiefer Not wurden die Kinder herausgehoben und sind heute froh und dankbar. Alle Anwesenden fallen in dieses Lied mit ein.


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Viele von ihnen sind Angehörige der vielen verwaisten Patenkinder, die wir heute zum ersten Mal treffen können.


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Jetzt sind die Jungen dran und tanzen den Mohobelo, einen Tanz, der besonders am Ende einer Trockenperiode getanzt wird als Teil einer Regenzeremonie. Er hat nicht nur Unterhaltungswert, sondern auch eine geistliche Dimension. Die Jungen teilen sich in zwei getrennte Gruppen, die eine summt laut im Hintergrund, während die andere ungeheuer intensiv die männliche Kraft darstellt. Einzelne Jungen brechen aus der Gruppe aus und explodieren regelrecht vor Energie.


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In unserer Rede haben wir die Gelegenheit, uns für die jahrelange die Unterstützung, die YWC von der Bischof-Manfred-Müller-Schule aus Regensburg erhalten hat, zu bedanken. Wir heißen auch die Jungen, die jetzt im Internat leben, herzlich darin willkommen und fordern sie auf, dieses schöne Haus mit Respekt und Achtsamkeit zu behandeln.


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Anschließend hält Herr Wacker, der Schulleiter der Bischof-Manfred-Müller-Schule aus Regensburg, eine Rede. Er erklärt, wer Bischof Manfred Müller war (er ist 2015 verstorben) und dass er sicher ist, dass er sich über die Namensgebung für das Jungeninternat freut und in einer Form auch heute an diesem Fest teilnimmt. Ich bewundere unsere Regensburger Gäste (fast alle in typisch bayerischer Tracht), als sie nach all den fantastischen Darbietungen der Basotho-SchülerInnen mutig in ein bayerisches Lied einstimmen, das von Klatschen und Gesten begleitet wird. Aber sie schaffen es, alle förmlich „vom Hocker zu reißen“, und ganz schnell klatschen und gestikulieren alle Basotho fröhlich mit.


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Eine weitere Jungen-Gruppe tanzt den Ndlamo in einer für uns etwas gewöhnungsbedürftigen Bekleidung. Die fast wie blaue Windeln anmutenden Hosen vergessen wir aber schnell, als die Jungen laut schreien und im Rhythmus heftig mit den Beinen aufstampfen. Auch dieser Tanz stellt die männliche Kraft dar.


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Nach einer wunderbar vorgetragenen Einführung tanzt eine gemischte Gruppe den „Gumboot Dance“, einen Tanz, der an den bayerischen Schuhplattler erinnert und sich in den Minen Südafrikas einwickelt hat.


Nachdem der Chief (Bürgermeister), Khethisa Tau, eine sehr lang über die eigentlich vorgegebenen 5 Minuten dauernde Rede in Sesotho hält, kühlt sich die Atmosphäre etwas ab.


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Der Schulchor, der von einem YWC-Patenkind geleitet wird, reißt uns alle wieder zurück in die traumhafte Wirklichkeit. Alle, die diesen Chor hören, bekommen Gänsehaut, auch wenn wir den Sinn der Sesotho-Texte nur ansatzweise übersetzt bekommen. Die Präsenz der Singenden in ihren Liedern ist unglaublich und ich wünsche mir immer, dass sie nie aufhören zu singen!


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Zuletzt werden alle Gäste aus Deutschland nach vorne gebeten und erhalten Geschenke: typische Lesotho-Hüte, Tassen mit einem Dankeschön und unseren Namen darauf und Sonnenhüte mit dem Schulemblem der Pitseng High School.


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drei Abiturientinnen aus dem Schulabschlussjahr 2016         drei Abiturienten voriger Jahre, die all inzwischen studieren


Die Eröffnungsfeier wird mit einem von YWC gestifteten Mittagsessen beschlossen, bei dem wir einige der Erziehungsberechtigten unserer zumeist verwaisten Patenkinder treffen und kennenlernen können. Auch weitere ehemalige Patenkinder sind extra für die Feier erschienen und können uns persönlich berichten, was aus ihnen geworden ist.


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 Mit unseren Gästen und allen Patenkindern ziehen wir zum Jungeninternat.


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                                                                  zwei Schulleiter in eifriger Diskussion

 

Dort werden Geschenke von den Regensburgern an die Schulleitung und LehererInnen der Pitseng High School überreicht.


Die BiMaMü unterstützt seit Beginn des YWC-Patenschaftsprogramms vor 6 Jahren etliche Patenkinder. Momentan sind es 13 Patenkinder, die von verschiedenen Schulklassen und Einzelpersonen (LehererInnen, Eltern) der BiMaMü gesponsert werden.

 

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Die Begegnung mit diesen Kindern, die ihnen teilweise schon jahrelang über Briefe und Berichte bekannt waren, ist für die Regensburger emotional und tief bewegend. Die Patenkinder freuen sich über ihre Geschenke und können es nicht fassen, ihre PatInnen persönlich kennenzulernen.


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Ein Lehrer der BiMaMü, Sigi Weiss, hatte sich am Vorabend spontan entschlossen, ein Patenkind zu unterstützen. So können sein Patenjunge und er sich sofort kennenlernen.


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Das Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat ist letztes Jahr für 40 Jungen gebaut worden. Seit Januar 2017 wohnen jedoch bereits 48 Jungen im Haus, nachdem die Zahl der Jungen im YWC-Patenschaftsprogramm schnell angestiegen ist. 5 weitere Jungen, darunter der Patenjunge von Sigi Weiss, müssen leider noch im „Internat“ wohnen, das von der Pitseng High School angeboten wird. Sigi Weiss ist tief geschockt, als er die Bedingungen, unter denen sein Patenjunge leben muss, mit eigenen Augen sieht. Jeweils 2 Jungen schlafen in einem schmalen Bett, in einer Hütte, die völlig überbelegt und ohne Wasser, Strom oder irgendeine Betreuung ist.


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Inzwischen findet die interkulturelle Begegnung immer fröhlicher ihren Ausdruck und kurz bevor wir uns verabschieden, wird ausgelassen gemeinsam zu Musik getanzt, die SchülerInnen der BiMaMü mitgebracht haben.


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Der Abschied fällt allen richtig schwer. Wir sind sicher, dass dies nicht der letzte Besuch der BiMaMü in Pitseng war!


Wir danken allen von ganzem Herzen, die dieses Projekt ermöglicht haben und hoffen, dass YWC mit weiterer Hilfe bald ein zweites Jungeninternat verwirklichen kann!


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Kea leboha, vielen Dank!!